So unerwartet wie heute hat mich die Alterskeule noch nie getroffen. Es ist ja so, dass man sich Schritt für Schritt daran gewöhnen kann, als Alte wahrgenommen zu werden. Ist man fünfzig, pfeift einem kein Mann mehr hinterher. Ist man sechzig, bekommt man ein Probetütchen mit Antifaltencreme geschenkt. Ist man siebzig, wird einem im Tram ein Sitz offeriert. Ist man achtzig, fragt der Bootsführer beim Einsteigen »Geht´s?« Und heute nun: Im Reisezentrum im Bahnhof Zürich händigte mir die Empfangsfrau das Ticket B558 für die Warteliste aus. Sie sagte, die ungefähre Wartezeit betrage zwanzig Minuten. Die genaue Zeit könne ich mittels QR-Code auf dem Ticket erfahren. »Haben Sie so ein modernes Telefon?«, fragte sie. Sie meinte ein Handy. Sie schleuderte mich in die Steinzeit.