2. Dezember 2015

Kürzlich war für vier Tage die alte Emma bei uns zu Besuch. Die Nächte verbrachte sie zuhause. Wir holten sie morgens ab, was sie freute, und wir begleiteten sie abends bis zu ihrer Haustür, was sie ebenso freute. Emma erwies sich als ausgesprochen netter Gast, aß mit Vergnügen, war nicht laut, sprach nicht schlecht über andere und akzeptierte gerne unser Sofa für ein Schläfchen. Täglich machten wir zusammen ein zwei Spaziergänge, Emma ist gut zu Fuß, und sie liebt den Wald wie wir. Ob wohl wir unser Bestes gaben, Emma den Aufenthalt in unserem Haus so angenehm wie möglich zu machen, verschwand sie jeweils am Nachmittag in den Garten und wollte nichts mehr von uns wissen. Sie lag eng zusammengerollt ganz dicht am Gartentörchen, da wo man durchs Gitter hindurch den Weg zu ihrem Haus sehen kann. So furchtbares Heimweh hatte sie, die arme Hundefrau.

Aus »Tage, Tage«