30. April 2015

Wir sitzen um den Kamin. Drinnen prasselt das Feuer, draußen prasselt der Regen. Zeit für eine gemeinsame Geschichte. Jeder soll einen Satz beitragen. Das größere Kind fängt an, es fängt überaus poetisch an: »Fridolin singt immer im Schlaf.« Aber – so geht die Geschichte weiter – der singende Fridolin stört, wird beschimpft, ausgelacht, zum Arzt geschickt und zum Apotheker. Und jetzt wird’s dramatisch: Der aufgewühlte Fridolin erschlägt den Apotheker. Was nun? Die Leiche ist zu entsorgen. Das kleinere Kind ist mit einem Satz an der Reihe, und es ist keineswegs verlegen: »Fridolin holt eine Häckselmaschine und stopft den Apotheker hinein.« Schluss. So hört oft brutal auf, was ganz sanft angefangen hat.

Aus »Tage, Tage«

 
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