16. Januar 2016

Der kreisrunde blasse Mond oder die rote Sonnenscheibe nach dem Auf- und vor dem Untergehen, wie schön ist das. Ich bleibe kurz stehen, schaue, verspüre jedes Mal neu das altbekannte Ah! Seltsamerweise mag ich die runden Dinger auf Fotos nicht mehr. Auch nicht auf Gemälden (Herr Klee, Herr Rousseau: Entschuldigung). Ich decke sie mit dem Finger ab. Sie kommen mir vor wie Verlegenheitsdekoration, wie Lückenfüller, wie überflüssige Adjektive oder unnötige Petersilie. Vielleicht braucht es Mut, mit leeren Himmeln oder ungeschmückten Sätzen daherzukommen: Da schau, da lies, brauchst mich nicht erst abzuschminken, ich bin es schon. Vielleicht magst du mich so …

Aus »Tage, Tage«