Verschlafenes Dorf in Frankreich nah der Schweizergrenze, morgens um halb sechs, Blick aus dem Hotelfenster: geröteter Himmel, Stille über den Dächern, leere Straße, niemand unterwegs. Doch! Auf der kleinen Wiese neben dem Friedhof steht reglos ein Mensch, ein Mann, hält etwas in den Händen, ein Ding an einer Stange, das bewegt er nun sachte hin und her: einen Metalldetektor. Ich streife mir den Schlaf aus den Augen. Es kann doch auf der kleinen Hundekackwiese nichts Kostbares verborgen sein. Ab und zu schaut der Mann sich um, als ob er nicht gesehen werden möchte. Die Alte hinterm Vorhang am Hotelfenster nimmt er nicht wahr. Er sucht und sucht, die Alte schaut zu, die Kirchturmuhr zeigt schon auf Sechs. Vielleich gehörte die Wiese mal zum Friedhof, und irgend eine bronzene alte Grabbeigabe kommt demnächst zum Vorschein … Nein, der Mann packt seine Utensilien ein, und die Alte geht wieder zu Bett, derweil sich draußen wie eine Blume ein wunderbarer Sommertag öffnet.

 
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