Ob im Roman, an dem ich gerade arbeite, viel zu oft »shit« oder »Scheiße« oder ein anderer grober Ausdruck vorkommt, kann ich im Word-Programm mit »suchen/ersetzen« einfach überprüfen und allenfalls ändern. Aber fluchen will und muss ich. Manche Protagonisten reden nun mal so. An Lesungen gehen diese Flüche dann auch über meine Lippen, egal, wie viele gebildete, artige Damen dabei zusammenzucken. Ich fluche auch bei anderen Gelegenheiten, eher nur dann, wenn ich allein bin. Es ist herrlich, Ärger oder Wut oder Frust so einfach in die Luft zu spritzen. Ja, ich war auch mal wohlerzogen, und ja, ich weiß, statt fluchen ließe sich auch meditieren. Die ukrainisch-deutsche Publizistin Marina Weisband stickt gern – in der Ukraine hat Sticken Tradition. Unter anderem stickt sie Schimpfwörter. Sie stickt in feinster Schreibschrift »Verdammte Kackscheiße« und umrankt das mit Blüten und Blättern. Es ist wunderschön.

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.