Da, wo ich wohne, wird zur  Zeit viel gebaut. Hier ein Kran, dort ein Kran, die neuen Gehäuse wachsen rasch, und ich kann zusehen. Kürzlich ist mir bei einer Baustelle ein passendes Wort auf den Kopf gefallen: Schnarchitektur. Architektur zum Schnarchen, langweilig, einfallslos, lieblos, gut für Rendite, schlecht für das Ortsbild. Nicht nur in der anonymen Vorstadt gibt es Schnarchitektur, auch an Zürichs prominenten Standorten sind mutlose Gähngebäude entstanden, etwa das neue Kunsthaus, die umgebaute Zentralbibliothek, die Europa-Allee. Journalisten müssen ihre Arbeiten unterzeichnen. Architekten sollten das eigentlich auch müssen. Eine  Tafel von der Größe einer Visitenkarte neben dem Eingang würde genügen. An einem Wohnblock in Albisrieden so gut wie an einer Nobelbaute in der City. Ich steh dazu, so bau ich …

 
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