An der Storchengasse in Zürich bleibe ich gern vor Schaufenstern stehen, weil da so wahnsinnig teure Scheußlichkeiten für strohdumme Schönheiten angeboten werden. Ein Paar goldene Sandalen aus Schlangenleder für 1100.- oder eine pinke tophässliche Handtasche für 3000.-, entworfen von Heiligen wie Sankt Prada, Saint Laurent, Santa Gucci. Heute lagen weiße Sneakers verschiedener Größen in der sakralen Vitrine. Ich habe noch nie mit weißen Turnschuhen gegen einen Autopneu gekickt, kann mir aber nun vorstellen, wie Schuhe danach aussähen: so wie die in der Vitrine, nämlich extra schwarz verschmiert und verfleckt an Gummirand und Stoff. Das ist der letzte Cri. Schuhe, die aussehen wie bereits getragen. Ein Preisschild fehlte. Ich weiß zwar, dass man extra-zerrissene Hosen kauft und T-Shirts mit aufgedruckten Achselschweißflecken. Trotzdem: Kopfschütteln. Wann werden die modischen Zahnärzte den Gebissen einen kariösen Look verpassen?

 
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