Ich habe einen Namensvetter, der auch Bücher schrieb: Burkard Waldis, geboren 1490 im deutschen Allendorf, Sohn vermögender Salzhändler, wurde Franziskaner in Riga, reiste zum Papst, um Hilfe gegen die Reformation zu erbitten, wurde in Riga von den Protestanten eingekerkert, konvertierte, wurde Zinngießer, fing an zu dichten, heiratete die Witwe Schulthe, kam wegen Ketzerei erneut in den Kerker, wurde gefoltert, studierte Theologe, hörte Luthers Vorlesungen, wurde Feldprediger, wurde Pfarrer in Abterode, heiratete die Witwe Heistermann und starb 1556 an einem Schlaganfall. Seine Fabelsammlung »Esopus« liest heute niemand mehr. Sein Fasnachtsspiel »Die Parabel vom verlorenen Sohn« spielt heute niemand mehr. Aber sein Sinnspruch »Alles für die Katz« wird immer noch verwendet. So geht seine Geschichte: Wenn der Schmied für seine Arbeit nur mit einem »Danke« entlohnt wurde, schenkte er dieses »Danke« jeweils der Katz in der Werkstatt. Die konnte davon nicht leben, magerte ab und starb.

 

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