Im Naturmuseum in Winterthur, Abteilung Völkerkunde, stehen etwas versteckt in einer Vitrine zwei helle leichte Dingerchen, wirken wie die abgestreifte Haut von zwei längst entwischten Lebewesen. Es sind Lederschühlein für sogenannte Lotosfüße. In früheren Jahrhunderten wurden in China den vornehmen kleinen Mädchen nach und nach die kleineren Zehen gebrochen und mit engen Bandagen unter die Fußsohlen gebogen, ein schmerzhafter Prozess über Jahre. Zehn Zentimeter lange »Lotosfüße« waren das Schönheitsideal und den Damen vorbehalten, die nur wenige Schritte am Tag zurücklegen mussten. Auf einer Zeitreise würde ich mich gerne mit der Besitzerin der Lederschühlein unterhalten. Ich hätte dann eine Simultanübersetzungs-App dabei.

 

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