Ich lade die Frau ein, die vor kurzem ihren Mann verloren hat – ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich nichts für sie täte. Ich gehe an eine Lesung, die mich nicht interessiert – der Lesende wäre sonst verletzt und das wäre mir unangenehm. Ich spende den Weißhelmen in Syrien hundert Franken – ich hätte sonst kein gutes Gewissen. Ich rühme einen Aufsatz, den mir mein Enkel geschickt hat– ich käme mir mies vor, wenn ich’s nicht machte. Ich bringe eine Torte vom teuersten Konditor – sonst fände man mich mickrig und so möchte ich nicht wirken. Ich bemühe mich ein falsches Kompliment zu machen – wenn nicht, wäre der andere traurig, und das würde mich belasten. So ist das: Was ich für andere tue, tue ich für mich selbst.

 
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