Einmal mehr lese ich »Arbeit und Struktur« von Wolfgang Herrndorf. Das ist ein ungeheuer reiches autobiografisches Buch über die Jahre 2010 bis 2013. Über das Leben, den Tod, das Schreiben. Für mich, als sich im Schreiben Versuchende, so mutmachend wie illusionsraubend, sozusagen ein außergewöhnliches Arbeitsmanual. Herrndorf erhielt im März 2010 die Diagnose Hirntumor und erschoss sich im August 2013. Sein großer Erfolg, der Jugendroman »Tschick«, erschien im September 2010. Ich erinnere mich an meinen Berlinaufenthalt mit O. im März 2011, realisiere, dass wir jeweils in der gleichen Kneipe saßen wie Herrndorf, im »Deichgraf«, in Berlin Wedding. Damals wusste ich noch nichts von Herrndorf. Ich erinnere mich, dass uns der Taxifahrer sagte, »in Japan ist passiert etwas.« Das Passierte war Fukushima, am 11. März 2011. Bei Herrndorf heißt es am 20. März 2011: »Interessante Zeiten, wo eine drohende Kernschmelze in gleich mehreren Atomreaktoren nur noch auf Platz 3 der Nachrichten steht.«

 

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