Plötzlich ist die Katz alt. Im Winter hatte ihr Pelzmäntelchen noch ein dünnes Speckfutter. Das ist jetzt weg. Sie ist nur noch ein schwarz bezogenes Skelett, beim Streicheln spüre ich die Knochen. Sie nimmt sich nicht mehr die Mühe, zum Essnapf zu gehen, aus dem Fenster zu spähen, durch den Garten zu schleichen. Sitzt einfach da und lebt. Wohl rafft sie sich auf, ein bisschen zu essen, wenn ich ihr den Teller bringe, wohl setzt sie ein zaghaftes Schnurren in Gang, wenn ich sie lang genug streichle. Im Oktober wird sie sechzehn. Und wir sind nun ihr Seniorenheim und sollten über der Tür ein schönes Namensschild anbringen: »Vogelsang« oder »Maushain«.

 
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