Um 17 Uhr wird der Tierarzt kommen. er bringt den Tod ins Haus. Die Katz soll sterben. Sie ist am Ende. Jetzt ist es 15 Uhr. Noch zwei Stunden, dann wird kein Atem mehr sein unter dem schwarzen Fell. Es ist seltsam, auf den Tod zu warten. Haben wir ihn zu früh gerufen? Gäbe es noch irgendeine Freude für die Katz? Noch irgend ein kurzes Wohlgefühl? Ach Katz, bist nur noch ein Häufchen Knochen, hast schon lange aufgehört zu essen, zu trinken, zu schnurren. Sie ist auf der Zielgeraden, sagt O. Vorhin hat sie ein klein bisschen Schinken gegessen, hat eine winzige Gier gespürt, als würde sie sich erinnern, wie es war, als sie noch essen mochte. Sie kauert den ganzen Tag am selben Platz und scheint aufs Nichts zu warten. Manchmal zwischen Schlaf und Schlaf grüßt sie mit einem kleinen Miau. Manchmal tut sie ein paar Schritte, ziellos, setzt sich wieder hin. Bald wäre sie sechzehn Jahre alt. Es soll Katzen geben, die zwanzig werden. Jetzt ist es 15 Uhr 15. Und etwas tropft da in die Tastatur.

 

 
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